Samstag, 30. Juni 1990

Walliser Viertausender 1990 - Dom 4.545 m

Blick vom Breithorn auf die Gipfel der Mischabelgruppe (von links nach rechts): Lenzspitze 4.294 m, Dom 4.545 m, Täschhorn 4.491 m, Alphubel 4.206 m, Allalinhorn 4.027 m, Rimpfischhorn 4.198 m, Strahlhorn 4.190 m
Der höchste rein Schweizer Berg ist nicht das Matterhorn mit 4.478 m, sondern der Dom. Die Gipfeltour auf den Dom ist einfacher als die Tour auf das Matterhorn, aber leicht ist sie nicht. Im Gegenteil, der Dom ist unsere längste und härteste Gipfeltour, wobei die Härte auch aus der Länge resultiert. Unter den Bedingungen des Neuschnees und in einer schwächeren Seilschaft sind wir insgesamt 14 Std. in einer Kälte unterwegs, wie wir sie zuvor noch nie im Hochgerbirge über diese Dauer erlebt haben. Am Ende zählt natürlich der Erfolg, der für uns aber auch einen Endpunkt darstellt. Weiter wollten wir nicht gehen. - SAC Tourenportal: Dom - DAV: Dom Normalweg
 

Donnerstag, 28. Juni 1990

Walliser Viertausender 1990 - Genußtour auf das Breithorn 4.164 m

Gipfel des Breihorns, im Hintergrund Mischabelgruppe
Für den Domaufstieg benötigen wir eine verbesserte Höhenanpassung. Dafür kommt uns das Breihorn gerade richtig, zumal sich auch das Wetter heute wieder vorbildlich zeigt. Auch heute geht Friedhelm mit. Am Abend spielt die deutsche Fußballnationalmannschaft im Viertelfinale der WM gegen die CSSR. Friedhelm stimmt sich bereits ein und trägt eine Pudelmütze in den Farben Schwarz, Rot, Gold auf der Bergtour.








Mittwoch, 27. Juni 1990

Walliser Viertausender 1990 - In Wolken auf das Allalinhorn 4.027 m

Auf dem Gipfel des Allalinhorns
In dichten Wolken geht heute die ge- samte Gruppe auf das Allalinhorn. Auch Friedhelm ist dabei. Er hat auch keine andere Wahl, weil wir heute das Quartier wechseln.
Das Allalinhorn gilt nach dem Breithorn als der leichteste Viertausender. Uns reichte das so gerade. Die Orientierung bildet heute Hauptschwierigkeit. Unser Bergführer ist mit dem Gelände vertraut und führt uns sicher auf den Gipfel. 
Vom Allalinhorn geht es zurück nach Saas Fee und weiter nach Randa, wo wir bis zum Domaufsteig in einer Pension wohnen. Dort haben wir die Gelegenheit, anlässlich der Fußball WM in Italien, den 1:0 Sieg der deutschen Mannschaft über die CSSR im Fernsehen zu verfolgen. Als Edelfan hat Friedhelm seinen Auftritt.

Dienstag, 26. Juni 1990

Walliser Viertausender 1990 - Eingehtour auf das Strahlhorn 4.190 m

Gisela und Steinböcken vor Strahlhorn und Rimpfischhorn
Das Quartier unserer sechsköpfigen Gruppe befindet sich oberhalb von Saas Fee sich in der Britannia Hütte auf 3.030 m Höhe. Von der Hütte blicken wir auf das Strahlhorn und den zackigen Gipfelgrat des Rimpfischhorns (4.199 m). Am Abend kommen Steinböcke in die Nähe der Hütte, weil sie dort Futter finden.
Am Ende der Woche ist der Gipfel des Doms das Ziel der geführten Gruppe. Zur Vorbereitung gehen wir auf einige leich- tere Viertausender und starten mit dem Strahlhorn. Ohne die vorausgesetzte  Höhenanpassung stoßen zwei Gruppenmitglieder schon heute an ihre Grenzen.





Mittwoch, 20. Juni 1990

Südtirol 1989 - Madritschjoch 3.140 m - Hochalpiner Übergang zwischen Suldental und Martelltal

Auf dem Madritschjoch, 3.140 m
Als Vorbereitung auf eine Hochtourenwoche in den Walliser Alpen gehen wir uns in Südtirol ein. Wir befinden uns noch vor der Sommersaison. In der Höhe liegt reichlich Schnee und die höher liegenden Hütten sind noch geschlossen. Irmgard ist mit uns gereist. Sie bringt uns zu Ausgangspunkten unserer Touren und liest uns später an vereinbarten Treffpunkten auf. Wir nutzen diese Gelegenheit, um einige Übergänge zu gehen. Heute starten wir aus dem Suldental in 1.900 m Höhe und gehen über das Madritschjoch,  3.140 m, bis zum Talschluss des Martelltals in 2.100 m Höhe.




Freitag, 21. Juli 1989

Südtirol 1989 - Königsspitze 3.859 m - Königlicher Gipfel des 'Dreigestirns'

"Dreigestirn" - Königsspitze 3.859 m, Zebru 3.735 m, Ortler 3.905 m
Nachdem wir im Vorjahr den Gipfel des Ortlers (3.905 m) besucht haben (Post der Tour vom 27.07.1988) lockt in der als 'Dreigestirn' bezeichneten Berggruppe Ortler, Zebru und Königsspitze der Gipfel der Königsspitze als Herausforderung. In der Höhe ist die Königsspitze dem Ortlergipfel um ca. 50 m unterlegen. Mit einer formvollendeten, beherrschenden Erscheinung ist die Königsspitze jedoch nicht nur besonders auffällig, sie gilt als attraktivster Berg des 'Dreigestirns' und als einer der 'schönsten' Berge der Ostalpen. Auf den Gipfel führen mehrere Routen, die alle mehr oder weniger anspruchsvoll sind und je nach Bedingungen auch als gefährlich gelten. Die Königsspitze ist kein Berg für Anfänger, sondern ein Gipfel für Könner. Nach kontinuierlicher Entwicklung unserer Fähigkeiten fühlen wir uns 1989 bereit zur Besteigung.





Montag, 17. Juli 1989

Südtirol 1989 - Vermoispitze 2.929 m - Ein verkanntes Juwel im Vinschgau

Vermoispitze von den Roßböden oberhalb von St. Martin
Der Gipfel der Vermoispitze bei Latsch im mittleren Vinschgau bleibt unter 3.000 m Höhe, was ein Grund dafür sein mag, dass dieser schnell erreichbare Berg eher wenig begangen wird. Bei Nutzung der Seilbahn von Latsch nach St. Martin im Kofel auf 1.736 m Höhe sind immer noch 1.200 Höhenmeter auf einer nicht schwierigen, aber knackigen Route zu bewältigen. Das mag ein weiterer Grund für die eher geringe Besucherzahl sein. Wer jedoch die Tour unternimmt, wird mit großartiger Rundsicht in alle Richtungen reichlich belohnt.







Samstag, 8. Juli 1989

Monte Rosa 1989 - Gewitter am Turlopass

Rast im Anstieg zum Turlopass
Den Rückweg aus dem Valsesia über den Turlopass nach Manucage gehen heute die leistungsstarken Teilnehmer, während die restliche Gruppe mit zwei Autos fährt und auch den Hauptteil unseres Gepäcks transportiert. Bereits bei unserem Aufbruch beobachten wir besorgt die Wetterentwicklung. Dicke Wolken liegen auf den Bergen und reichen weit herunter in das Tal. Für unsere achstündige Wanderung über den 2.738 m hohen Pass mit 1.200 m im Aufstieg und 1.450 m im Abstieg sind das keine guten Zeichen. Bis auf eine Biwakschachtel gibt es auf der Strecke keine Hütten. Das Wetter nimmt darauf keine Rücksicht.




Donnerstag, 6. Juli 1989

Monte Rosa 1989 - Tagesanbruch und Abstieg von der Signalkuppe, 4.554 m

Sonnenaufgang vom Balkon unseres Hüttenzimmers auf der Signalkuppe
Die Nacht war für uns ziemlich unruhig. Einige Teilnehmer mussten höhenbedingte Kopfschmerzen mit Aspirin bekämpfen. Größere Probleme treten jedoch nicht auf.
Um den Sonnenaufgang nicht zu verpassen, haben wir zwar einen Alarm eingestellt, den wir aber nicht benötigen. Das Naturschauspiel des Sonnenaufgangs vermag die absolut großartige Show des Sonnenuntergangs vom Vorabend nicht zu toppen. In dem harten Gegenlicht sind Feinheiten der Landschaft schwer zu identifizieren. Trotzdem sind wir um eine großartige Erfahrung bereichert. Heiter und tief zufrieden begeben wir uns auf den Rückweg.





Mittwoch, 5. Juli 1989

Monte Rosa 1989 - Dem Himmel nahe, Aufstieg zur Signalkuppe auf 4.554 m

Capanna Regina Margherita in der Monte Rosa auf dem Gipfel der Signalkuppe (Punta Gnifetti), 4.554 m
Sonnenuntergang mit Blick nach Westen von der Signalkuppe, 4.554 m (Matterhorn links vom Zentrum)
Heute ist es endlich soweit, wir steigen zur Signalkuppe auf und werden auf dem Gipfel in der am höchsten gelegenen Hütte des Alpenraums übernachten. Bis wir dort ankommen, liegt eine Gletschertour von ca. 6 Stunden vor uns. Wecken ist bereits in der Nacht, weil wir in der Morgendämmerung aufbrechen wollen. Von 3.500 m müssen wir auf 4.554 m mehr als 1.000 Höhenmeter  steigen. Absolut betrachtet ist das kein Problem, verlangt uns aber in dieser Höhe Respekt ab. Wir haben in dieser Höhe keine Erfahrungen. Für ernste Befürchtungen gibt es jedoch keinen Anlass.