Freitag, 2. September 2011

Südtirol 2011 - Ohne Gipfeltour auf die Vermoispitze, 2.929 m, fahren wir nicht nach Hause!

Vermoispitze, 2.929 m mit Trumsberg oberhalb von Kastelbell

Von unseren Unterkünften in Kastelbell-Marein und Latschinig blicken wir täglich auf den Gipfel der Vermoispitze, auf dem wir bereits mehrmals gestanden haben und den wir als "unseren Hausberg" im Vinschgau betrachten. Auch in diesem Sommer wollen wir wieder auf den Gipfel steigen und haben uns die Tour für unseren letzten Tag in Südtirol aufgehoben. Das gestern noch weniger freundliche Wetter zeigt sich heute von seiner besten Seite. Der Gipfel hat jedoch seinen Preis. Er fordert nämlich einige Mühe, die nicht immer komfortabel ist, wie die Kommentare zeigen.

Mit der Seilbahn lassen wir uns von Latsch, 630 m, nach St. Martin im Kofel auf 1.740 m tragen. Der zu bewältigende Höhenunterschied schmilzt damit auf schlappe 1.200 m. Diese haben es jedoch in sich, wenn man wie wir die kürzere Route über den Weg Nr. 9 wählt. Die Route ist technisch einfach. Höheren Anspruch stellen die konditionellen Anforderungen. Diese erfordern einen Fitnessgrad, der über eine sportneutrale Grundausstattung hinausreicht.









Von St. Martin im Kofel sehen wir im Westen die Almenlandschaft und einige Höfe des Vinschgauer Sonnenberges, den wir in diesem Jahr nicht besucht haben.













Nach Süden blicken wir von St. Martin in das Martelltal und die Marteller Berge, deren höchste Gipfel im Talschluss mit den "Zufallspitzen" und dem "Cevedale" bis über 3.700 m reichen. Hinten links sehen wir "Vorderer Rotspitz" auf dessen Gipfel wir am 29.08. waren. Vorne links erkennen wir das Hasenöhrl, dessen Gletscher fast verschwunden sind. Auf der rechten Seite liegt das "Kreuzjöchl", über das wir vorgestern gegangen sind.










Jetzt gilt erst einmal "Schluss mit lustig". Der Anstieg ist meistens erheblich steiler als auf diesem Foto. Wie stellen bald fest, dass unsere Tempi nicht harmonieren und wir uns daher besser jeweils zu zweit aufteilen, damit jeder das für ihn angemessene Tempo gehen kann.












Dem Gipfel sind wir bereits erheblich näher gekommen. Gut 30 Minuten Gehzeit liegen noch auf einem kleinen Steig vor uns, der uns überwiegend durch Blockwerk und Schotter leitet. Der Steig ist jedoch wesentlich besser präpariert und markiert als wir ihn aus der Vergangenheit kennen.












Auf dem Gipfel ist kurz vor uns ein Wanderer angekommen, den wir bereits in der Seilbahn getroffen haben. Später werden wir ihn bitten, ein Gruppenfoto von uns zu aufzunehmen.










2,5 Stunden nach dem Start in St. Martin stehen wir auf dem Gipfel. Gisela und Traugott liegen ein wenig zurück und treffen 15 Minuten später ein. Die letzten Meter ihres Aufstiegs dokumentiert eine Videoaufnahme.

Unseren vorausgeeilten Wanderer bitten wir um ein Gruppenfoto, das uns gemeinsam und zum wiederholten Mal auf dem Gipfel zeigt. In der Vergangenheit ist uns der Aufstieg meistens leichter gefallen, obwohl wir schneller waren. Offensichtlich steht es mit unserer Fitness nicht zum Besten. Wie nehmen uns vor, im nächsten besser vorbereitet anzureisen.

Eine ausgiebige Gipfelpause haben wir uns redlich verdient, ehe wir uns auf den Rückweg begeben.
 





In nordwestlicher Richtung erkennen wir den Gipfel der "Weißkugel" (Palla Bianca), mit 3.739 m nach der "Wildspitze" der zweithöchste Gipfel der Ötztaler Alpen. 1990 standen wir auf diesem Gipfel.













Nordöstlich liegt am Schnalser Kamm in der linken Bildhälfte der Gipfel des "Similauns", 3.600 m, den wir mehrfach bestiegen haben, zuletzt 2002. Links davon ist das Niederjoch zu erkennen, in dessen Nähe ist die als "Ötzi" bezeichnete Gletschermumie gefunden worden.
Am rechten Bildrand liegt das Pfossental und darüber der Gipfel der "Hohen Wilden", 3.480 m, auf dem wir ebenfalls 1990 waren.










Wir stehen nun etwa 2.400 m über dem Talgrund des Vinschgaus mit den Ortschaften Kastellbell, Marein und Latschinig.














Mit einer größeren Brennweite lassen sich sogar der Marinushof und der Feldhof ausmachen, unseren Unterkünfte im Tal.














Vom Gipfel und auf dem Rückweg können wir tief in das Marteller Tal und die Marteller Bergwelt schauen.














Unsere Seilbahn in das Tal geht erst in 20 Minuten, was uns noch Zeit lässt für ein schnelles Bier. Göttlich!
Gleich werden wir erst noch einen Schönheitsschlaf brauchen, um uns auf den Abschlussabend im Restaurant Kuppelrain vorzubereiten, den wir uns heute hart erarbeitet haben.

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